Christian Griesbeck

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Reenactment Darstellung

Historische Darstellung

Reenactment kann die gesamte Menschheitsgeschichte abdecken, von der Steinzeit bis zum gestrigen Tag. Und für vieles gibt es auch irgendwo auf der Welt ein Grüppchen. Das Internet ist bei der Suche nach Gleichgesinnten sehr hilfreich. Und wenn es keine Gruppe gibt – selber machen!

Ort und Zeit

Viele Gruppen suchen sich als Rahmen einen bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt (z. B. ein besonderes Ereignis an diesem Ort). Das erlaubt, alles bestens aufeinander abzustimmen, die Kleidung, das Geschehen, den Habitus etc. Der Nachteil ist dabei, dass die Quellenlage oft ziemlich eng wird. So hat man mit etwas Glück vielleicht ein, zwei Abbildungen von der lokalen Kleidung zu der Zeit, weiß aber nicht, wie verschiedene Schichten und Berufe aussahen.

Andere Gruppen nehmen sich nur eine bestimmte Epoche vor. Das macht die Quellenlage deutlich breiter, ein Reenactment im engen Sinne aber deutlich schwerer. Dafür hat man mehr Wahlmöglichkeiten. Oft führt das aber zu einem unhistorisch bunten Mix und vielen Anachronismen.

Handlung

Sicher die verbreitetste Form und der Ursprung des Reenactment sind militärische Ereignisse (die Völkerschlacht bei Leipzig, Waterloo, Szenen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg etc.). Ein großer Nachteil ist sicherlich, dass die Frauen hier mehr oder minder außen vor bleiben. Nur immer einen Marketenderinnentross zu spielen, ist auf Dauer sicherlich nicht sehr befriedigend.

Zunehmend gibt es daher neben der militärischen Welt die Darstellung des Zivillebens (Bauern, Handwerker, Bürger, Geistliche, Adlige etc.). Ein Problem ist sicherlich, dass das Leben der normalen Leute deutlich weniger gut dokumentiert ist. Es erlaubt aber ein größeres Spektrum in der Darstellung. Das Leben der Zeit bekommt Breitbildformat und alles wird viel bunter.