Christian Griesbeck

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Start Reenactment

Reenactment - Einleitung

Reenactment ist das möglichst historisch informierte Nachstellen oder Nachspielen eines vergangenen Ereignisses. Sehr beliebt, aber nicht mein Fall, sind hier militärgeschichtliche Ereignisse – das spart, geeignete Innenräume zu finden und man hat Action. Mich interessiert hier eher das zivile Leben, einen geeigneten Rahmen für mein Interessengebiet dem historischen Tanz zu finden und vielleicht eine kleine Zeitreise zu unternehmen. Ein anderes Wort und wohl auch das korrektere wäre hier der Begriff „Living History“, in dem eine historische Situation nachgestellt wird.

Ähnliche Formen

Die bekannteste, beliebteste und leider oft auch übelste Form ähnlicher Events sind so genannte „Mittelaltermärkte“. Sicher, die sind oft urig. Und manchmal ist es effektivste Weg eines Burgvereins, Geld in seine klamme Kasse zu bringen. Mit richtigem „Mittelalter“ hat das in der Regel sehr wenig zu tun – es eine Form einer Unterhaltungsshow – so lange das allen klar ist, kann so was natürlich viel Spaß machen.

Eine weitere ähnliche Form ist LARP (Live Action Role Playing) oder Liverollenspiel. In einer Gruppe spielen einzelne Personen dabei jeweils einen bestimmten Charakter und sind ggf. entsprechend kostümiert und ausgestattet. Das Szenario von LARP ist im Gegensatz zum Reenactment oft in Fantasiewelten angesiedelt. Bei der Ausstattung wird weniger Wert darauf gelegt, einem historischen Original möglichst nahe zu kommen, entscheidender ist die Nutzbarkeit für das Spiel.

Aller Anfang ist schwer

Wichtig beim Reenactment ist natürlich die Qualität dessen was man macht, oft wächst dieses Bewusstsein mit der Zeit. So ist der Anfang die kritischste Zeit: fängt man auf einem zu niedrigen Informationslevel an, hat man schnell Altlasten, die man nicht so schnell wieder los bekommt. Fängt man auf einem zu hohen Informationslevel an, kann man schon mit dem Beginnen scheitern. All die Dinge, die man wissen, machen, lesen, lernen und besorgen muss, sind so zeitaufwendig, dass man schnell die Lust verliert, weil man scheinbar überhaupt nicht voran kommt. Ein gesunder Mittelweg ist vielleicht, einfach erst einmal das wegzulassen, was man noch nicht weiß oder hat. Dabei sollte man sich seiner Lücken aber bewusst sein und dann weiter an der Vervollkommnung arbeiten.