Christian Griesbeck

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Grieg Tschaikowsky Nielsen - Konzert des hr-Sinfonieorchesters

Mit diesem Konzert schließen Paavo Järvi und das hr-Sinfonieorchester ihren Zyklus mit den Symphonien von Carl Nielsen ab, aber der erste Teil des Abends wird zunächst mit Edvard Griegs eher selten gespielten Norwegischen Tänzen op. 35 eröffnet. Darüber warum das Werk keinen Einzug in die „häufig gespielteren Stücke“ gehalten hat kann man nur spekulieren – ist die Instrumentierung von Hans Sitt zu dünn? Oder sind die Tänze für unsere Ohren nicht tänzerisch genug? Weiter geht es dann mit einem vielgespielten Stück – Peter Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur Op. 35 – warum es öfters in Konzerten auftaucht? Vermutlich weil die Solisten (hier Janine Jansen) wirklich etwas von ihrem Können präsentieren dürfen, musikalisch finde ich das Werk zwar eingängig, aber eher langweilig. Über die Zugabe rätseln wir ein wenig – wird es der verworfene Mittelsatz, der als „Méditation für Klavier und Violine“ in op. 42 erhalten ist, werden? – nahe dran, es ist „Mélodie“ aus dem gleichen Opus in einer Orchesterfassung von Glazunov.  Nach der Pause ist dann Nielsens 4. Sinfonie mit dem Beinahmen „Das Unauslöschliche“ an der Reihe. Es ist wohl seine am häufigsten gespielte Sinfonie, und wohl nicht ohne Grund – denn mit einmal hören ist es bei der Vielzahl der Einfälle, die er hier verarbeitet hat, nicht getan. Bekannt ist wohl vor allem das Paukenduell im vierten Satz, doch unter Paavo Järvi bleiben die Perkussionisten doch recht zahm. Schön, das Carl Nielsen in den letzten Jahren quasi wiederentdeckt wurde.