Christian Griesbeck

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Tag: Leben

Christian
Ausstellung – Friederisiko
22.07.2012 11:50:00

Die Ausstellung „Friederisiko“ stand eigentlich gar nicht auf unserem Plan – aber da wir schon mal in Potsdam sind, nutzen wir die Gelegenheit, sie anzuschauen. Viele Räume im Neuen Palais in Potsdam sind nun erstmals wieder zugänglich, auch wenn dort nach wie vor noch viel Renovierungsarbeit notwendig ist. Die Ausstellung bietet elf Themenbereiche verteilt auf 72 Säle im Schloss und den Garten als zusätzlichen Bereich. Durch unsere beschränkte Zeit müssen wir dabei leider einen Turbodurchgang einlegen und haben nicht viel mehr als eine Minute pro Raum. Für die Ausstellung sollte man eigentlich mindestens vier Stunden Zeit mitbringen. Im Eintrittspreis ist ein dickes Begleitheft und ein Audioguide enthalten, wobei wir zum Anhören heute leider nicht genug Zeit haben. Der Guide schweigt deshalb bei uns meistens – was schlecht ist – denn so erfahren wir nicht, was sich die Macher der Ausstellung eigentlich gedacht haben. Um die Besuchermassen zu steuern, ist der Einlass jeweils zu einem auf der Karte festgelegten genauen Zeitpunkt an einem der drei Eingänge – das führt zu einigen Verwirrungen durch die verschiedenen Routen der Besucher durch das Gebäude und zu wildem Geblätter im Begleitheft, wo man sich nun eigentlich befindet. Zeitweilig ist dabei zusätzlich die Tür zu besonders beliebten Bereichen wegen Überfüllung geschlossen, was das Durcheinander vergrößert. Wir haben Glück und kommen durch Eingang A direkt zu „Der Modeaffe“ – die Künstlerin Isabelle de Borchgrave hat hier Friedrichs Komödie von 1742 mit lebensgroßen Papierfigurinen in Szene gesetzt – leider sind diese nachempfundenen Papierobjekte das einzige, was an Kostümen in der Ausstellung zu sehen ist. Bei „Dynastie“ geht es um die vielfältigen verwandtschaftlichen Beziehungen des Königs – das Neue Palais ist ja als Gästehaus für den Sommer errichtet worden, um die angereiste Verwandtschaft angemessen beherbergen zu können. Im wesentlichen sind in diesem Teil der Ausstellung viele Gemälde der Verwandten zu sehen – hier ist die abgebildete Kleidung natürlich interessant. „Horizonte“ soll einerseits den Bezug zur Antike zeigen, in den sich Friederich setzen wollte; andererseits die im Gebäude und bei der Ausstattung verwendeten edlen Materialien und deren damaligen enormen Wert vermitteln. Die kriegerische Seite von Friederich stellt „Risiko und Ruhm“ dar. Hier finden sich Artefakte wie Waffen und Uniformteile, Bilder von Freund und Feind, aber auch Bilder und Gegenstände zu seinem Friedensprojekt – dem neuen Palais. Freunde waren für Friederich wichtiger als familiäre Bindungen, doch von vielen trennt er sich im Streit – die „Verhältnisse“ reihen sein Netzwerk auf das mit zunehmenden Alter immer löchriger wurde. Willst du einen echten Freund haben, dann kauf dir einen Hund – entsprechend waren seine beständigsten Freunde Tiere, wie seine Hunde Alcmene und Thisbe, neben denen er vor Schloss Sanssouci beerdigt werden wollte oder sein letztes Reitpferd Condé. Das „Tagesgeschäft“, Friederichs enger Alltagsbereich, ist der beliebteste Teil der Ausstellung und dort bilden sich auch schon mal Schlangen. Die, mit nahezu authentischer Einrichtung ausgestattete, Königswohnung gibt Einblicke in die Umgebung seines täglichen Lebens – Gäste empfangen, essen, arbeiten, lesen, musizieren und schlafen. Im Obergeschoss finden sich fünf weitere Themengebiete. Der Ausstellungsteil „Körper und Seele“ versucht sich dem Trauma von Friedrichs Kindheit anzunähern, seinem gebrochenem Verhältnis zu Frauen und seiner Reproduktion des eigenen Traumas an seinem Thronfolger. „Im Wettstreit“ mit anderen Nationen befindet sich auch Friedrichs Staat im Bereich Kunst und Kunsthandwerk – wertvolles Einkaufen, Kopieren und Bessermachen ist oft die Devise. Hier finden sich auch die Bilder der berühmten Tänzerinnen der Zeit und einige ihrer Schuhe. Das Theater sehen wir leider nicht, weil gerade ein kleines Konzert darin stattfindet. „Europa und die Welt“ zeigt Friederichs Außenpolitik und Kriege anhand von Bildern, Karten, Dokumenten, aber auch anhand von einigen exemplarischen Objekten. Friedrich vermied es Modell zu sitzen, dennoch oder gerade deswegen entstanden viele „Königsbilder“, die sich hier versammeln und ihn meist nach dem Bild von Antoine Pesne von 1745 ikonographisch zur Marke machten. Im Bereich „Entwicklungspolitik“ wird anhand von Dokumenten und wissenschaftlichen Instrumenten Friedrichs strategisch offenes Verhältnis zu Religion und Wissenschaft zum Zweck der Verbesserung der Wirtschaftslage in seinem Land dargestellt. Insgesamt eine durchaus sehenswerte Ausstellung, für die man sich genug Zeit, am besten abseits der Hauptbesuchstage, nehmen sollte. Die Besucher haben ihren eigenen Laufsteg durch die Räume, so dass die lästigen Filzpantoffeln entfallen, wobei man sich allerdings oft mehr Platz wünscht. Auch wenn die Ausstellung durch ihre Bereiche eigentlich ein klares Konzept verfolgt, ist hier jenseits des Audioguide eine moderne museumspädagogische Aufbereitung bedauerlicherweise nicht erfolgt. Leider ist der Audioguide raumbezogen und nicht objektbezogen. Die Objektnummer muss man immer im Begleitheft nachschlagen, das ist aber ohne Bilder, so dass es nach Ausstellungsbesuch ärgerlicherweise zu Altpapier wird. Und leider herrscht in der kompletten Ausstellung Photographieverbot, ein Mitnehmen und eine Nachbetrachtung von dem, was einen wirklich interessiert, ist so ausgeschlossen.



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Christian
Tutanchamun Ausstellung - Sein Grab und die Schätze
19.12.2011 14:30:00

Die Tutanchamun Ausstellung in Frankfurt mit dem Untertitel „Sein Grab und die Schätze“ klang schon von der Ankündigung sehr interessant und als ich dann einen „Zwei für Eins“-Gutschein hatte, war die Entscheidung schnell gefällt – reingehen. Die Idee, statt dem „Fetisch Original“, hochwertige Kopien auszustellen ist im Prinzip ein gutes Konzept, das allerdings mit der Qualität der Kopien steht und fällt. Kopien haben gegenüber dem Originalstück viele Vorteile – man spart sich den konservatorischen Aufwand, hat eine geringere Versicherungssumme und kann sie durch ihre Mehrfachverfügbarkeit in verschiedene Kontexte stellen. Das Konzept der Ausstellung nutzt das, indem zunächst die Kammern des Grabs so dargestellt werden, wie sie Howard Carter 1922/1923 vorgefunden hat und dann danach die wesentlichen Fundstücke noch einmal einzeln zu sehen sind. Ein kostenloser Audioguide führt durch die Ausstellung.

In der Ausstellung gibt es zunächst einen Raum über das historische Umfeld des Fundes, dann zwei Räume mit Filmen, die überleiten zu der Darstellung der Kammern zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung. Der Zustand der Kammern wurde aus den Grabungsfotos rekonstruiert – sie sind wild vollgestapelt mit den Grabbeigaben. Zunächst wird die Vorkammer beleuchtet, dann die Schatzkammer und zum Schluss als dramatischer Höhepunkt die Grabkammer bei der Bergung des Goldsargs. Die Grabkammer ist dann auch ein Zentralteil des folgenden Ausstellungsbereichs. Hier werden die einzelnen ineinander geschachtelten Sarkophage gezeigt, um sich die enge und die wirklichen Dimensionen der Grabkammer vorstellen zu können (die Textur der Reproduktionen finde ich allerdings am wenigsten gelungen). Schließlich wird der eigentliche massive Goldsarg präsentiert, dann die berühme Maske und die bei der Mumie gefundenen Schmuckteile. Dahinter findet sich eine thematisch sortierte Ausstellung der anderen Grabbeigaben. Es gibt dann noch einen Raum zu Howard Carter. Und am Ende der obligatorische Museumsshop mit allerlei Kitsch und Krimskrams, allerdings auch einer Reihe interessanter Bücher.

Ich finde, dass die museumsdidaktische Aufbereitung durchaus noch zu verbessern wäre, die Ausstellung ist da nicht auf der Höhe der Zeit. Für kleine Kinder ist die Ausstellung ganz klar ungeeignet, die werden schon nach einer Viertelstunde anfangen zu nörgeln – das ist nur etwas, wenn die Kinder echte Ägypten und Pharaonenfans sind. Der mehrsprachige Audioguide ist ok. Photographieren ohne Blitz ist erlaubt. Für den Besuch der Ausstellung sollte man rund drei Stunden einplanen.



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Christian
Miniurlaub in England 2011
26.08.2011 10:00:00

Nach unserem Barocktanzkurs nutzen wir die Rückfahrt noch als Minikurzurlaub um etwas von England zu sehen. Aus Cardiff sind wir schnell draußen, zu schnell, denn wir wollten eigentlich noch kurz einkaufen – nun gut, nächster Halt Cheddar. Aber so richtig hält uns nichts in Cheddar, sogar der Supermarkparkplatz ist hier „pay and display“. Wir fahren durch die Cheddar Gorge, das sind hier recht berühmte Schluchten. Auch große Höhlen soll es geben, allerdings mit saftigen Eintrittspreisen und etwas kitschig aufbereitet, nicht zu vergessen die Parkplatzgebühren – very British halt. Unser eigentliches Tagesziel ist Wells – dort gibt es eine berühmte Kathedrale. Wie überall in England, wo es etwas zu sehen gibt (und auch dort wo es eigentlich nichts zu sehen gibt) – wieder einmal pay and display Parken. Das Dumme ist, dass man sich immer vorher entscheiden muss, wie lange man parken möchte. Überschreitet man die Parkzeit, kommt ein netter Mensch vorbei und schraubt eine Klemme ans Rad – und dann parkt man länger als man eigentlich will und zahlt 50 Pfund, damit das Ding wieder abkommt. Wir entscheiden uns für drei Stunden, was sich für den Rundgang durch die Stadt und die Kathedrale als mehr als ausreichend erweist. Die kleinste Stadt Englands ist durchaus sehenswert, und die Kathedrale ist beeindruckend. Noch viel beeindruckender muss sie im Mittelalter in ihrem ursprünglichen Zustand gewesen sein – die Fassade war über und über bestückt mit lebensgroßen farbig bemalten Figuren, die in vergoldeten Nischen platziert waren. Während der Reformation wurden dann alle erreichbaren Figuren zerstört und die Fassade hat mittlerweile ihre Farbigkeit verloren. Auch für Menschen, die in einem Reihenhaus leben gibt es hier etwas zu sehen – die älteste erhaltene Reihenhaussiedung Europas aus dem 14ten Jahrhundert. Da es mittlerweile, very British, angefangen hat zu nieseln, zieht es uns früher als erwartet zurück ins Auto. Weil wir noch viel vom Tag übrig haben, fahren wir noch nach Glastonbury – die Esoterikhochburg Englands. Hier kann Schwingungen spüren, wer Schwingungen spüren kann – wir spüren leider nichts, finden aber immerhin einen Parkplatz, auf dem man zeitlich begrenzt stehen darf ohne pay, nur mit Display einer Parkscheibe. Durch die Stadt wandernd, bewundern wir die skurrilen Angebote. Auf den Besuch der malerischen Ruinen verzichten wir allerdings – „das Geheimnis im Zentrum der Stadt“ wird für uns ein hinter hohem Sichtschutz eingezäuntes Geheimnis bleiben – die Eintrittspreise für ein Paar verfallene Steine sind uns dann doch einfach zu unverschämt. Weiter geht es im Regen zu unserem Bed and Breakfast in Shepton Mallet, very British, wo unsere Zimmernachbarn einen Feueralarm auslösen, weil sie verbotenerweise auf dem Zimmer kochen „it’s just a small stove“ hören wir von Nebenan.

Am zweiten Tag steht Bath auf dem Programm, und nach einem englischen Frühstück noch in unserem B&B, das von der Zimmerzahl fast schon ein kleines Hotel ist, geht es in die Jane Austen Stadt. Hauptattraktion der Stadt ist natürlich die Stadt selbst – große zusammenhängende Teile wurden in einem engen historischen Zeitraum gebaut und ergeben ein einzigartiges Bild. Toll wäre es jetzt natürlich, in Empirekleidung in der Stadt lustwandeln zu gehen und sich so in die Zeit Anfang des 19ten Jahrhunderts zurück zu versetzen. Wenn da nicht die vielen Touristen und die Autos wären. Nun, mein Empirekostüm ist ohnehin noch nicht fertig. Wir laufen also nur in moderner Kleidung durch die Stadt. Auf dem Weg klappern wir die vielen kleineren Attraktionen ab wie die Pulteney Bridge, die Assembly Rooms, die Ringstraße The Circus und die Bogenstraße The Royal Crescent. Wir schauen kurz in das Jane Austen Centre, besuchen aber nicht die Ausstellung (uns wurde abgeraten – nicht so interessant) und kaufen einen berühmten Sally Lunn Bun (wer schon mal einen nackten Hefekuchen gegessen hat, kann sich den sparen – das „Geheimrezept“ schmeckt genau so.) In der Bath Abbey hören wir eine Chorprobe – die Kirche ist auch durchaus sehenswert, und wir schauen uns „The Pump Room“ an. Zwei Attraktionen, die wir besuchen wollen, sind natürlich das Fashion Museum Bath (das wir am Anfang des Tages besichtigt haben und über das ich einen separaten Blogeintrag schreibe), sowie die im 19ten Jahrhundert wieder ausgegrabenen römischen Thermalbäder, die den Abschluss unserer Tagestour bilden. Die Eintrittskarte für „The Roman Baths“ haben wir schon als günstiges Kombiticket gekauft, was eine gute Entscheidung war, denn die Schlangen am Eingang sind recht lang. Innen gibt es wieder einen Audio Guide, auch in deutscher Sprache, der sehr gut durch die Ausstellung führt. Für mich ist diese Ausstellung die Hauptattraktion der Stadt, für die es sich wirklich lohnt den Eintritt zu bezahlen. Hier ist alles auf dem neusten Stand der Forschung und Museumspädagogik aufgebaut. Die Funde werden spannend vermittelt und man sollte mindestens zwei Stunden für den Besuch einplanen, wenn man den Audio Guide benutzt. Untergekommen sind wir in der Jugendherberge in Bath, das Zimmer ist klein und teuer – nicht empfehlenswert. Aber es ist ja nur für eine Nacht und auf der Straße gegenüber der Einfahrt konnte man immerhin kostenlos parken – in Bath selber sind die Parkgebühren selbstverständlich horrend.

Der dritte Tag ist für mich schon der Abflugtag. Auf dem Weg nach Heathrow nehmen wir noch einen Ausflug in die Stadt Windsor mit. Hier war ich schon mal als Jugendlicher im Rahmen einer Klassenfahrt, damals konnte man noch in den Schlosshof, ohne etwas zu bezahlen. Aber erst einmal suchen wir uns wieder einen Parkplatz – Pay and Display – wir sind in England. Als wir das Schloss erreicht haben die Enttäuschung – innen nur mit Eintritt – die Königin braucht Geld. Die Warteschlange ist aber länger als unsere gebuchte Parkzeit erlaubt. Also bleibt ein Spaziergang durch Windsor und Eton, sowie eine hübsche Fernansicht des Windsor Castle. Nach einer langen Fahrt durch das endlose Labyrinth von Heathrow Airport finden wir endlich einen Kurzzeitparkplatz für Autos, für den wir nur rund 10 Pfund bezahlen. Dann fahren wir mit der U-Bahn zum richtigen Terminal und zurück geht es für mich nach Frankfurt.



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Christian
Gulp Splat Zong
14.03.2011 13:00:00

Meine erste Reaktion als ich den Umschlag öffnete war – verdammt, falsches Buch zugeschickt bekommen. Ein Buch über Videospiele statt über Tanz – denn ich bekomme ja viele Bücher aus eBay Auktionen zugeschickt, da passiert schon mal ein Fehler. Ich wollte das Buch schon weglegen und wunderte mich über die Internetbriefmarke. Sie zeigt einen Glatzkopf mit in den Himmel ausgebreiteten Armen. Plötzlich wurde mir aus dem Titelbild klar – aha ein Buch von Kemal. Ein Freund aus alten Tagen lässt mal wieder was von sich hören. Yoda Zhang und Kemal Ezcan stehen auf dem Cover. Aber dieses Autorenkollektiv ist eigentlich ein und die selbe Person, auch wenn sie durch Jahrzehnte gewandelt ist. Inzwischen hat er einen neuen Namen, eine Druckerei und macht ansonsten allerlei spaßige Dinge wie Musik, Retrogames und Events.

„Gulp Splat Zong – Videospiele und Computermusik“ so der Titel der Teilautobiographie, in meiner Ausgabe mit einer kleinen Widmung: „für Christian! Danke für die Geduld beim Beibringen der Zeichensatzdefinition! Gruß, Yoda“. Ja, ich erinnere mich noch genau, ich hatte Kemal, wie der damals noch hieß, nach einer guten Stunde Telefonat endlich überredet, mal in einem Spiel die Zeichen umzudefinieren. Es war wohl ein Pacman Clone und er verwendete zuvor „^V<>“ für die Spielfigur. Nach viel Überzeugungsarbeit und Anleitung kam dann von der anderen Seite „so einfach ist das also“. Eigentlich hätte ich auch vorbeikommen können, denn so weit wohnten wir nicht auseinander. Rückblickend, und nach lesen des Buchs – so oft hatten wir uns nicht getroffen. Ich war drei Jahre älter als Kemal, das macht in dem Alter schon viel aus. In meiner Programmiererclique mit El Ualid und Ralf war ich wiederum der jüngste. Ich kann mich auch nicht erinnern, ob Kemal so oft bei mir war, und ob es wirklich auch trockenes Brot zum Knabbern gab, und nicht nur Cola. Immerhin, bei ihm konnte man den Kühlschrank plündern und leckere Bofrost Sachen essen. In der Clique war ich der einzige, der seinen Computer von seinem eigenen Taschengeld kaufen musste. Und gegen den Willen meiner Schwester, die meinte, was ich mit dem teuren Ding will – aber es war ja schließlich mein mühsam erspartes Geld – so konnte glücklicherweise ich entscheiden.

Ja, Jugenderinnerungen – es scheint so, dass wenn Männer in ein gewisses Alter kommen, sie anfangen ihre Biographie zu schreiben (diese Webseite ist ja auch ein gewisser Beleg dafür). Aus dem Buch habe ich noch eine Menge über die damalige Zeit erfahren, die ich nicht wusste. So hatte ich nicht mitbekommen, dass Kemal für Atari Deutschland gearbeitet hatte oder dass er beim Computerclub in Köln interviewt worden ist. Und es gibt wiederum viel, an das ich mich erinnere, was in dem Buch nicht erwähnt ist – z.B. dass er das Jingle von der Sportschau auf dem Atari nachprogrammiert hatte. Es gab hin und wieder Überschneidungen auf unserem Weg, fast hätte ich für AXIS Komputerkunst in Hamburg ein (Musik-) Managerspiel geschrieben. Und war Kemal nicht auf dem Cover von „Hotel“ der andere Hotelpage? Aber dann gingen unserer Wege weit auseinander, Kemal blieb beim 8-Bit Atari, ich stieg von dem Geld von Ravensburger auf den ST um.

Das Buch ist in drei große Kapitel geteilt. Das erste Kapitel „Gulp“ behandelt seine erste Computerspielzeit bis zum ersten veröffentlichten Spiel – das legendäre „Gulp“. Der frühe Erstkontakt zu Computerspielen, als ihn sein Vater mit 8 Jahren am Frankfurter Flughafen in Spielhallen parkte, führt zu allerlei seltsamen Episoden. Auch seine Atari VCS Zeit flimmert vor unseren Augen ab. Sogar mein damaliges Lieblingsspielhallenspiel „Asteroids“ taucht auf, „Fetz den Frosch“ nannten wir das spielen – frei nach den „Frogs“ aus der deutschen TV-Serie „Raumpatrouille Orion“. Als wir dann „Asteroids“ als Modul für El Ualids Atari 400 hatten, gab es endlose Gefechte zu viert (ohne Kemal allerdings). Ein weiteres Lieblingsspiel „Star Raiders“ für den Atari taucht allerdings nicht auf. Diesen Atari bekam Kemal dann (nach viel Psychoterror) von seiner Mutter geschenkt – damit begann seine Programmierer Karriere. Diese fand einen ersten Höhepunkt, als eins seiner vielen Spiele, die er fast im Tagesrhythmus produzierte, in einer Computerzeitschrift zum Eintippen veröffentlicht wurde.

Der zweite Teil „Splat“ behandelt dann seine Computermusik und Eintippspielezeit. Auch hier gibt es wieder allerlei seltsame Episoden. Auf einer Messe wurde Atari auf den kleinen Jungen, der da Computermusik machte aufmerksam, selbst im legendären WDR-Computerclub wird er dazu von Wolfgang Back interviewt. Für die Reste der deutschen Softwareabteilung von Atari, die sich zu AXIS Komputerkunst formierten, arbeitete er dann weiter an der Musikprogrammierung. Er entwickelte für die auch zusammen mit Axel Weber, einem Schulfreund von mir, ein Graphikadventure – „Zielpunkt Null Grad Nord“. Diese Zeit endete mit seinem letzten veröffentlichten Eintippspiel in einer Computerzeitschrift, „Splat“.

Und der dritte Teil „Zong“ behandelt die Zeit, als er die Atari 8-Bit Szene mit KE-Soft weiter am Leben gehalten hat. Von der Zeit habe ich dann eigentlich nicht mehr viel mitbekommen. Ich war zu sehr mit der Programmierung für den Atari ST (Calamus), meinem Abitur und dem Studium beschäftigt. Er produzierte in der Zeit eine eigene Atari Zeitschrift „Zong“, baute seinen eigenen Softwarevertrieb auf „KE-Soft“ und verkaufte einen Teil der Reste vom 8-Bit Bereich von Atari Deutschland.

Was mir in dem Buch eindeutig fehlt, sind die Bilder – aber dafür gibt es ja die Webseite: www.gulpsplatzong.de auf der dann sehr viele Bilder, Spiele, Videos, Musik usw. zu finden sind. Eine allgemeine Videospielgeschichte findet sich hier allerdings nicht, eher viele persönliche Anekdoten. Für jemanden der ihn kannte ein unterhaltsames Buch, das einen in die Zeit zurückversetzt.



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Christian
Computerexperte gefragt
12.02.2011 15:00:00

Am 22.01.2011 war ich mit meinem Vater einkaufen – er wollte endlich mal einen neuen Computer, Ersatz für seinen uralten Aldi-PC. Ein Computer war beim lokalen Saturn schnell gefunden, es sollte etwas Einfaches sein, dafür ein großer Monitor, die Augen werden ja nicht besser. Und er wollte endlich schnelles Internet – der Tarifvergleich nahm Stunden in Anspruch, der Teufel steckt im Detail! Zu meiner Überraschung sollte es ein „Sofort Start Tarif“ sein, auch gut. Alles vorhanden, alles eingerichtet, ich hätte meinem Vater aber vielleicht doch deutlich sagen sollen: „Nicht den Strom ausschalten, wenn da steht: bitte nicht Ausschalten – Updates werden installiert“. Der Computer hatte sich erst einmal die 40 Updates heruntergezogen, die Microsoft im letzten Jahr veröffentlicht hat und das Installieren beim Herunterfahren dauert und dauert. Das Ausschalten dabei hat ihn dann so zerschossen, dass nichts mehr zu reparieren war, alles noch einmal neu installieren. Glücklicherweise hatte ich sofort die Wiederherstellungs-DVDs gebrannt. Nur nach der Wiederherstellung war das Rotzding auf Englisch, wie schlampig kann ein Computerhersteller sein? Glücklicherweise habe ich ein Programm gefunden, dass die Sprache auch bei der Homeversion von Windows 7 ändern kann – ich hoffe mal, ich habe jetzt auf den Computer keine Spyware installiert.

Also Tipp an alle, die in die Verlegenheit kommen beim Computerkauf zu beraten, nicht vergessen zu erwähnen: „Wenn da Steht: bitte nicht ausschalten, heißt das: nicht ausschalten!“



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Christian
Labans Choreographie ersteigert – Ein Fundstück
06.02.2011 22:12:27

Rudolf von Laban ist ja gewissermaßen so etwas wie mein „Alter Ego“. Endlich habe ich auch ein Exemplar von Labans Büchlein „Choreographie – Erstes Heft“ (1926) aus einer eBay Auktion in meine Tanzbuchsammlung aufnehmen können. Darin fand sich folgender Zettel, wohl eine kurze Rede vor einer Aufführung Ende der 1920er Jahre:

Über den Sinn des Bewegungschores
Der heutige Mensch, der im Zeitalter der Vermechanisierung lebt hat das Verlangen nach Körperbewegung; er sucht eine Befreiung von körperlichen und seelischen Hemmungen und Verkrampfungen die ihm der Bewegungschor bringen kann. Neben der gymnastischen Schulung wird das Hauptgewicht auf das chorische Bewegungsspiel gelegt. Das wesentliche dieses Laientanzes liegt im gemeinsamen Willen zu einem Bewegungserleben und in der Freude auf Zusammenspiel.
Der Gedanke unseres (gleich folgenden) Bewegungschores ist wohl auch der Gedanke eines Jeden von uns: „Durch Nacht zur Freiheit“ Diese Freiheit müssen wir uns aber erkämpfen. Und so sehen wir 2 Gruppen, die der Schwachen und die der Arbeitenden um die Erlösung ringen. Schwer ist dieser Kampf und fast scheinen wir Menschen zu erliegen. Nur die grösste Willenskraft und Einigkeit untereinander führen uns endlich zur Befreiung
Anne Arimout

Die Bewegungschöre waren eins von Labans tänzerischen Markenzeichen, wer nun Anne Arimout war habe ich bislang noch nicht herausgefunden.



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Christian
Miniurlaub in Südengland 2010
31.08.2010 10:00:00

Nach dem zehntägigen Barocktanz Sommerkurs in Cardiff machen wir uns nun am Dienstag den 31.08.2010 auf die Rückreise, die wir zu einem Miniurlaub durch Südengland ausdehnen. Ist es die Entspannung nach dem Sommerkurs, oder das walisische Wetter? – ich habe jedenfalls eine aufkommende Erkältung, die mich unleidlich macht. Gut, dass ich die billigen englischen Grippetabletten eingekauft habe, die tatsächlich etwas helfen.

Der erste Halt ist in Dunster, dort gibt es eine Mittelalterburg und ein hübsches Dorf zu sehen. Wir nehmen die Gelegenheit war und erfüllen auch gleich unsere Ansichtskartenpflichten. Weiter geht es nach Lynton/Lynmouth. Während die Bremsen unseres Wagens auskühlen machen wir uns auf einen „kleinen Spaziergang“ durch das „Valley of the Rocks“ von Lynton, das oben auf dem Berg liegt, herunter zum Hafen Lynmouth, der an der Mündung des Lyn liegt. Nach einigen Stunden Fußmarsch in Serpentinen steil abwärts an der Küste kommen wir dann auch tatsächlich unten im Hafen an. Endlich das Meer, England ist ja umgeben davon und man stößt früher oder später fast zwangsläufig darauf. Es ist aber gerade Ebbe – wir klettern etwas durch die Felsen des Hafens und sammeln Muscheln. Zurück nehmen wir dann eine Abkürzung – die mit dem Gewicht von Wassertanks betriebene Cliff Railway. Wir fahren weiter nach Ilfracombe, einem etwas heruntergekommenen Seebad, wo wir in einem kleinen Hotel übernachten wollen. Nach dem Check-in gehen wir durch die Stadt, eigentlich wollten wir hier typisch Englisch mal Indisch essen gehen, finden aber nichts geeignetes, so dass wir schließlich in einem nicht allzu guten Imbiss landen.

Am Mittwochmorgen dann ein echtes englisches Frühstück im Hotel. In Barnstaple legen wir einen Zwischenhalt ein, um mich bei Sainsbury’s mit einem Nasenspray zu versorgen und auch ein leckeres indisches Fertiggerichtpaket für den Abend zu kaufen. Weiter geht es nach Boscastle, das 2004 teilweise durch eine Überschwemmung zerstört wurde und nun im neuen Glanze erstrahlt. Wir wandern durch den Hafen, der aus Felsen besteht, dann hinauf bis zum Aussichtsturm der Küstenwache, der wir freundlich zuwinken. Hier hat man den ganz weiten Blick aufs Meer hinaus. Zurück geht es wieder über Natursteinplatten hinunter in den Ort, dessen Ortskern mit seinen kleinen Häuschen im elisabethanischen Stil eine große Touristenattraktion ist. Ganz so groß ist der Ort allerdings nicht, soviel gibt es nicht zu sehen; ein paar steile Gässchen, ein paar enge Gässchen, das war’s – schön für einen Tagesausflug mit Cream Tee. Wir landen schließlich in der kleinen lokalen Jugendherberge. Sie ist nach der Überschwemmung komplett erneuert worden, einziger Wehmutstropfen Bad und WC sind nicht auf dem Zimmer, sonst sehr schön und empfehlenswert. Nach unserem mitgebrachten indischen Menu gibt es dort eine Runde Monopoly – ich gewinne natürlich.

Am Donnerstag geht es weiter ins Landesinnere (erst einmal kein Meer mehr) – ins Dartmoor. Das ist so etwas ähnliches wie die Lüneburger Heide, nur zusätzlich auch mit Steinen und abgesteckten Flecken, wo man nicht hingehen sollte – sonst bleibt man dort, falls man nicht noch rechtzeitig einen Notruf absetzen kann. Die vielen herumliegenden Steine haben die Menschen offenbar in früherer Zeit zu allerlei kreativen Schaffen angeregt – denn wir besichtigen Steinreihen, Steinkreise, Steinkreuze, Steinkästen und aus großen Steinen gebaute Klapperbrücken. Für was die Steingebilde gut waren, weiss man nicht so genau – die einen spekulieren darüber, dass sie kultischen Handlungen dienten, die anderen sehen darin einfach Reste von Viehgattern. Tiere gibt es hier jede Menge – die berühmten süßen freilaufenden Dartmoor Ponies und viele, viele Schafe. Hin und wieder fährt man über eine Tierbarriere, die dafür sorgen soll, dass sich die freilaufenden Schafe nicht über ganz England verteilen. Wir übernachten im Powder Mills Bunkhouse, genau genommen im Fahrradschuppen (Bike Shed) davon. Der hat genau diesen Charme, eine einfache Unterkunft für Anspruchslose – unser Anspruch ist dann doch zu hoch, um noch eine geplante zweite Nacht dort zu bleiben. Von der Gruppe mit Problemjugendlichen, die im Haupthaus untergebracht ist und allerlei Abenteuerbeschäftigung absolviert, erfahren wir was Abseiling ist. Wir beschließen uns auch am nächsten Tag von dieser Unterkunft abzuseilen. In der Dämmerung wandern wir dann noch durch die umliegenden romantischen Fabrikruinen der Powder Mills. Am Abend werden wir mit einem wunderbaren Himmel voller Sterne belohnt – einige Kilometer entfernt von jeder Stadt und in der klaren Luft sieht man hier ein vielfaches an Sternen.

Nach dem wir unsere Planung kurzerhand umgeschmissen haben, geht es am Freitag zurück zur Zivilisation – also Abschied von den Dartmoor Ponies. Was kann man in der Umgebung machen? Wir fahren durch die Gegend – zunächst besuchen wir ein großes Gartencenter. Es gibt da auch ein kleines Kostümmuseum, aber wir sind zu spät dran, als das es sich noch lohnen würde, dorthin zu fahren. Es geht also direkt zu unserem neuen Tagesziel Winchester, das wir leider auch erst recht spät erreichen – zunächst mal eine Unterkunft in einem B&B finden. Dann wandern wir noch durch die hübsche Altstadt und besichtigen die Kathedrale. Wir sehen alles nur von Außen, da hier die Bürgersteige schon früh hoch geklappt werden. Auch die berühmte Tafelrundenscheibe bekommen wir nicht mehr zu Gesicht, aber insgesamt ist Winchester eine Stadt, die durchaus mal einen Tagesausflug wert ist. Unser Bed and Breakfast ist auch ein Kleinod – mit geschmackvoll eingerichteten Zimmern und Gastgebern, die sich als solche verstehen. Zufällig ist gerade in einer englischen Gartenzeitschrift ein mehrseitiger Artikel über den zum viktorianischen Haus gehörenden Garten unserer Gastgeber erschienen, auf den wir mit Unterstatement hingewiesen werden.

Am Samstag geht es dann nach einem üppigen englischen Frühstück weiter nach Portsmouth, um dort die Historic Dockyards zu besichtigen. Wir kaufen uns ein Kombiticket, so dass wir hier alles besichtigen können. Los geht es mit der wiederhergestellten HMS Warrior 1860, die als erstes Eisenschiff mit Dampf- und Segelantrieb schon ein vergleichsweise modernes und geräumiges Kriegsschiff ist. Weiter geht es mit einer im Preis enthaltenen Hafenrundfahrt, bei der man auch die im Hafen liegenden modernen englischen Kriegsschiffe sieht. Überhaupt scheint das englische Verhältnis zum Militär ein deutlich anderes zu sein als in Deutschland. Nach dem Wellenritt besichtigen wir das alte Mary Rose Museum. Das 1545 gesunkene Kriegsschiff von Heinrich VIII. ist ein bedeutender archäologischer Fund, für das zur Zeit ein komplett neues Museum gebaut wird. Die jetzige Ausstellung ist o.k., die neue wird sicherlich sensationell. Ich hatte natürlich auf die Ausstellung der gefundenen Kleidungsfunde aus der Renaissance gehofft, aber leider Fehlanzeige. Zum Schluss besichtigen wir das Prachtstück der Dockyards, die HMS Victory von 1765 – das Schiff, auf dem Lord Nelson 1805 die Trafalgarschlacht geführt hat. Im Gegensatz zu dem 100 Jahre jüngerem Schiff am Anfang unsere Besichtigung ist hier alles eng und dunkel, kaum vorzustellen, dass hier 850 Mann ihren Dienst taten. Für das Marinemuseum ist dann zum Schluss allerdings keine Zeit und Luft mehr, in den Historic Dockyards kann man bequem einen kompletten Tag verbringen. Zurück geht es auf der endlosen Küstenstraße durch einige Seebäder nach Dover. Dort wartet unsere Fähre nach Dunkerque bereits und unsere Rückreise beginnt. Zurück in Deutschland hilft uns dann noch der freundliche Mann vom ADAC – der Klassiker – das Licht auf dem Autobahnparkplatz brennen lassen und eingeschlafen, nach einer Starthilfe kommen wir dann doch noch gut nach Hause.



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Christian
Gast in der eigenen Stadt 2010
23.07.2010 17:00:00

Für einen Kurzurlaub mal nach Frankfurt – klar die Stadt ist sicher eine Reise wert, die ganzen Japaner werden schon wissen, warum sie in die Goethestadt kommen – aber als Frankfurter? Und dann noch in einem Luxushotel übernachten statt im eigenen Bett? Die Aktion „Gast in der eigenen Stadt“ macht es für Einheimische möglich, Frankfurt mal aus der Touristenperspektive zu sehen. Für die Übernachtung von Freitag auf Samstag haben wir uns für das vier Sterne Plus Kempinski Hotel Gravenbruch entschieden. Der Name klingt gut, das Zimmer ist OK, aber der pure Luxus ist es allerdings nicht, die Stadtgäste sind eher in der günstigeren Kategorie einquartiert worden. Zu dem muss man wissen, dass das Hotel irgendwann in den 1980ern komplett renoviert wurde, und auf dem Stand geblieben ist. Aber das macht nichts, wir gehen im Wellnessbereich eine Runde Schwimmen. Am Morgen gibt es dann ein üppiges Frühstück, aber nichts was den Standard anderer Hotels übersteigen würde – ganz OK halt. Am Samstag dann das volle Touristenprogramm. Zunächst eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus, dann geht es ins Museum. Wir haben uns für das Liebighaus entschieden – dort gibt es gerade die Ausstellung „Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao“ die interessant ist, aber die wir uns größer vorgestellt haben. Doch es gibt natürlich noch die Dauerausstellung, die wir besichtigen (immer auch mit Blick auf Kostümdetails). An Abend geht es dann zusammen mit Marion in eine typische Frankfurter Apfelweinwirtschaft – wir müssen ja unsere Gutscheine einlösen – volles Touriprogramm halt. Leider sind draußen keine Plätze mehr frei und wir sitzen drinnen. Meine Frankfurter Schlachtplatte war auch nicht allzu gar, so dass die Blut- und Leberwürste noch ungenießbar flüssig waren – aber manche sagen, das muss so sein. Für den Sonntag haben wir uns eine weitere typische Touristenattraktion vorgenommen – den Frankfurter Zoo. Zusammen mit meinen Hanauer Elternteilen durchwandern wir den Zoo und spielen dabei das beliebte Suchspiel – finde das Tier. Seit man in der modernen Zootierhaltung den Tieren Rückzugsgebiete eingeräumt hat, nutzen diese das oft auch schamlos aus. So stellt sich die Frage – ist das Gehege wirklich leer oder das Tier nur gut versteckt? Glücklicherweise hat Edeka diesen Sonntag zum Zootag erklärt und hier überall Stände aufgebaut, an dem man leckere Dinge probieren kann. Schon am Eingang habe ich mir ein Windrädchen geschnappt, dass ich den ganzen Tag durch den Zoo trage. Hier eine Probierportion Wein, dort eine Probierportion Bier, nicht vergessend den leckeren Kakao – bald gehen Edeka die Becher aus. Es findet sich auch Süßigkeiten-, Kuchen- und Gebäck-, Brot- und Wurstpröbchen, so dass man neben den Tieren immer auch den nächsten Stand sucht. Beim Dosenwerfen erhalte ich sogar einen Trostpreis. Gegen Nachmittag lässt sich dann sogar noch das eine oder andere Tier blicken – ausgeschlafen, guten Morgen, schon wieder Touristen, immer das gleiche.



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Christian
Mittelalterlich Kochen in Lorsch
19.06.2010 10:00:00

Der Historische Tanzkreis Bensheim feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass gibt es vielerlei Vereinsaktivitäten. Diesmal am 19.06.2010 mittelalterliches Kochen im ehemaligen Kloster Lorsch. Viele Vereinsmitglieder tragen passend zum Event ihre bäuerlichen Renaissancekostüme. Selbst das Wetter spielt an diesem Tag mit, nicht zu warm, aber es regnet auch nicht. Gekocht wird auf dem offenen Feuer und in einem Ofen. Aber erst einmal muss alles zubereitet werden. Es gibt Fisch in Biersud, selbstgemachte Salbeibrötchen und Butter, einen Getreidebrei und gefüllte Teigtaschen. Dazu Apfeltee und Wasser.

Ich bin bei den Teigtaschen, schnippele die Zutaten mit klein und forme und fülle die Teile. Dann werden sie im Fett in einer Pfanne auf dem offenen Feuer ausgebacken. Von der Menge der Leute sind die Museumspädagogen, die alles leiten, etwas überfordert. Leider bleiben, wie ich befürchtet habe, die Hälfte der Teigtaschen ungebraten liegen, während wir uns als letzte an den Tisch setzen. Immerhin bekommen wir von allem noch einen kleinen Rest ab, dazu pressen wir die Teereste aus der Kanne und kratzen den letzten Löffel Getreidebrei aus dem Topf. Aber alle sind satt geworden, die ungebackenen Teigtaschen bekommen wir mit nach Hause und es war ein schöner Tag.



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Christian
42
08.09.2008 00:12:00

Der vielleicht beste Weg deinen 42sten Geburtstag zu zelebrieren ist mit Bier und Erdnüssen und dabei sollte man nie vergessen, wo man sein Handtuch hat!



Tags: Philosophie | Leben

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