Christian Griesbeck

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Tag: Kostüme

Christian
Ausstellung – Fashioning Fashion
22.07.2012 15:45:00

Die Ausstellung „Fashioning Fashion – Europäische Moden 1700 – 1915“ des Los Angeles County Museum of Art ist für drei Monate vom 27.4.-29.7.2012 zu Gast im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Das können wir uns eigentlich nicht entgehen lassen, gut dass wir in dem kurzen Zeitraum der Gastausstellung in Berlin sind und genug Luft bei unseren Fahrtzeiten eingeplant haben, ansonsten wäre die Ausstellung eine Extrareise wert gewesen. Es gibt ein englischsprachiges Begleitbuch zur ursprünglichen LACMA Ausstellung vor ein paar Jahren, dieses ist nun in deutscher Übersetzung verfügbar – aber leider schon vergriffen als wir nun, kurz bevor die Ausstellung wieder abreist, in Berlin sind. Das Ganze gliedert sich in vier Themenbereichte „Mode“, „Textur“, „Form“ und „Dekoration“ aber wir wollen uns eigentlich nur die vielen tollen Stücke ganz von nahem anschauen – und hier kommt man wirklich ganz nah an die Stücke – bei den meisten Stücken wurde sogar darauf verzichtet, sie hinter Glas zu packen. Einen recht unfangreichen gedruckten Führer gibt es in Deutsch und Englisch kostenlos, der Audioguide kostet hier mal etwas und wir verzichten auf ihn – viel neues wird er uns nicht erzählen können. Der Bereich „Mode“ stellt einzelne Kostüme in eine Zeitleiste und verdeutlicht so den Formenwandel. Um die Silhouette möglichst deutlich hervortreten zu lassen, wurden dazu bei den Damenkostümen vornehmlich Kleidungsstücke in Weiß gewählt – hier sieht man schön, wie durch die zwei Jahrhunderte der Ausstellung der Damenkörper unterschiedlich akzentuiert wurde. Bei den Herren konnte man kein Weiß nehmen – die Farbe ist für Herren eher untypisch, aber auch hier zeigt sich eine klare Entwicklung durch die zwei Jahrhunderte – Herrenmode wird immer langweiliger und schlichter – hin zur grauen Maus. Die meisten Stücke sind natürlich Originale; nur weniges wurde mit Reproduktionen ergänzt, um die Figurinen möglichst komplett anziehen zu können – leider sieht man unter den Damenkleidern die verwendeten Originalschuhe meist nicht. Im zweiten Bereich „Textur“ wird der Fokus auf die verwendeten Stoffe und Muster gerichtet. Er zeigt vielleicht am deutlichsten das Hauptproblem beim Anfertigen von bezahlbaren Reproduktionen historischer Kostüme für das Reenactment – woher all die fantastischen Stoffe nehmen, die dafür notwendig sind? Der dritte Teil „Form“ beschäftigt sich mit dem schichtenweisen Aufbau, insbesondere der Damenkleidung, und wie jeweils die gewünschte Form erreicht wurde. Hier kann man quasi einen Blick unter die Kleidung werfen – fast alles ist vorhanden – vom Hemd über die Schnürbrust oder dem Korsett bis zu den verschiedenen Reifrocktypen, Krinolinen und Turnüren, dann auch die Hilfsmittel aus dem 19ten Jahrhundert wie Ärmelpolster und Büstenverbesserer. Auch Oberkleidung findet sich hier in einem breiten Spektrum von Schuhen bis zur Kopfbedeckung. Dabei ist die Funktion auch ein Thema, sei es das schon etwas praktischere Tenniskleid oder die eher unpraktischen superlangen Fetischstiefel. Bei den Herren wird die Form meist durch den Schnitt erreicht und ist insofern weniger spannend, dennoch findet sich hier auch einiges an Männerkleidung und Formgebern für Herren, wie einer Weste mit variabler Brustpolsterung oder einen Taillengürtel für Männer vom Ende des 19ten Jahrhunderts. Im letzten Teil „Dekoration“ stehen die aufwendigen Verzierungen und Verzierungstechniken im Mittelpunkt. Zwar sind hier viele der wertvollen Stücke hinter Glas, aber man kann nah ran gehen und sich die Techniken ganz genau betrachten. Bei den Herren reduzierten sich die Verzierungen ja im Laufe der Zeit, die Weste war hier lange das letzte Refugium von Stickereien, aber auch Hausmützen und Hausschuhe sind ausgestellt. Hier findet sich auch aufwendig verziert Kinderkleidung aus dem 19ten Jahrhundert. Die Ausschmückung der Frauenkleidung blieb durch die beiden ausgestellten Jahrhunderte ungebrochen. Dabei gibt es fast nichts, was unverziert bleiben muss, und ein breites Spektrum an verschiedenen Verzierungstechniken und verschiedenen Objekten ist zu sehen. Etwas hat uns besonders interessiert – wie sind Fly-Fringe gemacht worden – und gibt es dafür einen deutschen Namen? Und ja, hier konnten wir uns die ‚Fliegenbänder’ tatsächlich ganz genau anschauen, so dass die Technik klar wurde, aber ein richtiges deutsches Wort dafür scheint es nicht zu geben. Es ist wirklich schon faszinierend, all die aufwendigen Verzierungen zu sehen; das ist auch etwas, was sich für das Reenactment schwer reproduzieren lässt. Es ist wirklich schade, dass diese tolle Ausstellung nur so kurze Zeit in Deutschland ist, so dass keine Chance besteht, sie noch ein zweites mal zu sehen. Ein noch so schönes Begleitbuch ist ja immer nur ein dürftiger Ersatz für das Betrachten der Originalstücke.



Tags: Ausstellung | Kostüme

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Christian
Fashion Museum Bath
27.08.2011 11:16:00

Eine gute Adresse für Kostüminteressierte war das frühere Museum of Costume Bath, vor einigen Jahren haben sie allerdings ihr Konzept geändert und daraus ist nun das Fashion Museum Bath geworden. Wir waren schon etwas vorgewarnt gewesen, denn uns interessieren natürlich primär historische Kostüme und nicht irgendeine Modeausstellung eines zeitgenössischen Schneiders. Glücklicherweise gibt es zum Zeitpunkt unseres Besuchs zwei interessante Sonderausstellungen, wie wir vorher im Internet recherchiert haben. Zunächst gehen wir durch die „Dressing The Stars“ Ausstellung in den Assembly Rooms. Thema sind hier Filmkostüme von britischen Designern, die mit einem Oscar prämiert worden sind. Praktischerweise haben wir am letzen Tag in Cardiff noch „The Duchess“ im Fernsehen gesehen und können nun hier, am vorletzten Tag der Ausstellung, die Kostüme zum Greifen nahe betrachten. Als einziges Kostüm hinter Glas: Jack Sparrow aus „Pirates of the Caribbean“. Auch Kostüme aus vielen anderen Filmen gibt es zu sehen, manche sehr aufwendig, manche mit kleinen Tricks, die man auf der Leinwand nicht sieht. Die eigentliche Ausstellungsfläche des Museums ist im Keller der Assembly Rooms. Die nächste Sonderausstellung, die uns gleich im Eingangsbereich des Modemuseums erwartet, ist „What will she wear?“ eine für uns weniger interessante Ausstellung über Brautmode – eine kostümhistorisch ja eher jüngere Entwicklung.

Danach folgt die, man kann es nicht anders sagen, armselige Dauerausstellung historischer Kostüme. Einsam steht in einer Vitrine das älteste Kleid des Museums von 1660 – noch nicht einmal mit einem Spiegel, um die Rückenansicht zu sehen. In einer weiteren Vitrine fünf Damenkleider aus dem 18ten Jahrhundert, auch ohne Spiegel für die Rückenansicht. Das war’s mit der historischen Dauerausstellung – noch nicht einmal ein einziges Herrenkostüm. Der nächste Raum – Entertainment – hier kann man schon recht mitgenommene Korsetts und Reifröcke anprobieren. Just for Fun – mit Schnellverschlüssen und Expressschnürung, ohne Größenangaben, ohne auch nur den Hauch einer Idee der akkuraten historischen Vermittlung. Sicher merkt Frau schnell, dass die Dinger Wunder wirken – ein schnelles Foto und wieder an den Haken – oder in die Hand der nächsten Dame. Ein weiterer Teil der Dauerausstellung ist der Modeteil mit dem „Dress of the Year“ der für jedes Jahr seit 1963 ein ausgewähltes Kleid zeigt.

Aber es gibt noch zwei Sonderausstellungen, die wir anschauen. Ein Schaufenster mit „17th century gloves“ in dem Prachthandschuhe zu sehen sind, die meist ein besonders wertvolles Geschenk waren. Und die Ausstellung: „Behind the Scenes at the Fashion Museum“ – hier sieht man, was man leider nicht immer sieht – einen sehr schönen Blick auf das, was in den Archiven vor sich hin lagert, zusammen mit den dazugehörigen Kisten und Verpackungen. Die Ausstellung zeigt einen Schnitt durch alles, was das Museum an Kostümen des 19ten Jahrhunderts zu bieten hätte, wenn es noch ein Kostümmuseum und nicht ein Modemuseum wäre. Aber die Ausstellungszeit und Fläche ist beschränkt, so dass auch dieser Blick in die Archive bald wieder in den Archiven verschwinden wird. Für historisch Interessierte ist das Fashion Museum also leider nur mit Vorsicht zu genießen – falls es gute Sonderausstellungen gibt lohnt es sich, ansonsten kann man es sich leider sparen. Toll wäre es natürlich einmal, in die Study Rooms zu können und Originale in die Hand zu nehmen, gelegentlich wird so etwas für wenige Glückspilze angeboten.



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Christian
Royal Pavilion - Dress for Excess Costumes
19.08.2011 09:50:00

Zufällig waren wir im Internet auf diese Ausstellung gestoßen: „Dress for Excess“ – eine Kostümausstellung im Royal Pavilion, rund um George IV – Herrn „Prince Regency“ höchstpersönlich. Ich arbeite ja im Moment an meiner Empire Kleidung und könnte Anschauungsmaterial gebrauchen. Für uns war Brighton ein möglicher kurzer Abstecher auf dem Weg nach Cardiff, aber war die Ausstellung auch eine Reise wert? Allzu viele Informationen konnten wir dazu jenseits der offiziellen Seite des Royal Pavilion nicht finden – die Ausstellung schien keiner der „üblichen Verdächtigen“ Kostümblogschreiber bisher besucht zu haben. Wir dachten uns: Wenn es gut ist und wir verpassen die Ausstellung, ärgern wir uns – und wenn sie schlecht ist, sehen wir immerhin den Royal Pavilion – auch der ist eine Reise wert – also haben wir den Abstecher gemacht. In der Tat, der Royal Pavilion ist eine Reise wert, aber wenn man nur wegen der Kostüme dort hin fährt, ist die Ausstellung zu dünn. Verteilt auf einige Räume des Pavilions stehen vielleicht ein Dutzend (Männer- und Frauen-) Kostüme aus der gesamten Lebenszeit des Prinzregenten (also nicht nur Empirekleidung). Dabei sind leider noch nicht einmal alle Kostüme zu sehen, mit denen der Katalog und die Webseite wirbt. In einem gesonderten Raum findet sich dann immerhin sein Krönungsmantel und eine seiner monströsen Hosen. Daneben sind Bilder und Karikaturen zu sehen, die George IV zum Thema haben und ein Rekonstruktionsversuch eines Bauchgürtels („body-belt“ – ein Herrenkorsett), mit dem sich der „Wonneproppen“ versuchte, in Form zu halten – Umfang: 127cm. Die Ausstellung ist also eher nur ein Bonus für Besucher des Royal Pavilions. Für diesen erhält man übrigens am Eingang einen guten im Eintrittspreis enthalten Audio-Guide (auch in deutscher Sprache), der einen durch die Ausstellung führt. Der Königliche Pavillon in Brighton ist ansonsten ein recht ungewöhnliches Gebilde. Von außen ist er ein Palast, gebaut in einem maurisch orientalischen Märchenstil. Innen entfaltet sich zunächst überwiegend eine Chinafantasie, dann modernere auf den damaligen neuesten Stand der Technik eingerichtete Funktionsräume und ein Wohnbereich. Der Royal Pavilion ist also so etwas Ähnliches wie ein Britisches Neuschwanstein – ein prunkvolles Phantasiegebilde gebaut mit den neusten technischen Kniffen. Aber im Gegensatz zu Ludwigs abgeschiedener Privatbühne stand der Royal Pavilion mitten in Brighton, und er war regelmäßig Schauplatz opulenter Feste.



Tags: Kostüme | Empire

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Christian
Kostüme im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg
10.12.2010 12:30:00

Nachdem ich die Kostüme in Ludwigsburg gesehen habe, wollte ich natürlich auch die Kostüme im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg sehen. Am 10.12.2010 bot sich die Gelegenheit dazu. Leider ist keins der berühmten Kostüme, die Janet Arnold in „Patterns of Fashion“ beschrieben hat, in der Ausstellung zu sehen. Dennoch stehen dort einige interessante Dinge und ich habe viele Details sehen können. Es wird Zeit, dass ich mal ein paar Originale in die Hand nehmen kann und untersuchen darf.



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Christian
Kostümausstellung in Ludwigsburg
08.10.2010 17:45:00

Ein langgehegter Wunsch ging in Erfüllung, die beeindruckende Kostümausstellung im Schloss Ludwigsburg zu sehen. Ja die Kostüme sind wirklich beeindruckend und all unsere Nasen kleben an den Scheiben. All die Details bewundern zu können, die Stoffe, die Handarbeit. Schade, dass es immer noch keinen Katalog von der Ausstellung gibt und Fotografieren verboten ist. Wie soll Fotografieren ohne Blitz schaden? – Klar der Schaden ist dann an den Verwertungsrechten, aber so haben die Kostüme einen beschränkten Nutzen. Eine digitale Aufbereitung im Internet wie z. B. beim Victoria und Albert Museum würde ich mir wünschen, damit kann man arbeiten.



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