Christian Griesbeck

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Christian
Filmmusikkonzert Steven Spielberg und John Williams in der Alten Oper Frankfurt
16.12.2011 20:00:00

In der Alten Oper gibt es symphonische Filmmusik von John Williams zu hören, zweifellos einem der ganz großen Meister seines Faches. Einige seiner besten Werke sind in Zusammenarbeit mit einem anderen Meister seines Faches – dem Regisseur Steven Spielberg entstanden. Diesem Gespann ist der heutige Abend gewidmet. Multimedial sollte die Präsentation sein, mit Bildern und Ausschnitten aus den zur Musik gehörenden Filmen. Doch leider ist Herr Spielberg recht restriktiv bei der Vergabe von Rechten zur Aufführung von Ausschnitten aus manchen seiner Filme. So bekommt man an diesem Abend, selbst in der Schindler Stadt Frankfurt am Main, keine Ausschnitte aus Schindlers Liste zu sehen – hier musste die Lichtregie einspringen. Zumindest eine Diashow hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, und auch die Einblendung des jeweiligen Titels – wenn man schon mal eine Leinwand hat. Die Musik selber – viele absolute Filmmusikklassiker. Wie z.B. das Thema aus Jurassic Park (1993), das für mich im Vergleich mit der Originalfilmmusik allerdings im Liveorchester zu dumpf in den Streichern und zu blechlastig klang – hier hat natürlich die perfekte moderne Studioabmischung bei einem Spielfilm deutliche Vorteile gegenüber einem klassischen Symphonieorchester. Die älteren Stücke wie Jaws (1975) oder die Zugabestücke klingen da schon viel näher am Original, damals wurde der Orchesterklang offensichtlich direkter verwendet. Bei den drei Stücken aus Schindler’s List (1993) darf der Konzertmeister sein Bestes geben und John Williams setzt hier mal eine Kippa auf. Bei den Stücken aus Indiana Jones And The Kingdom Of The Crystal Skull (2008) hört man in der isolierten Musik des Abends bewusster als im Film mit den Dialogen und Soundeffekten, wie John Williams mit den Themen arbeitet. Nach der Pause geht es weiter mit Hook (1991) und allerlei Aliens; guten wie in Close Encounter Of The Third Kind (1977) und E.T. (1982), das den Abschuss bildet, oder bösen wie in War Of The Worlds (2005). Dazwischen gab es noch einen Ausflug in das Empire Of The Sun (1987) und an einen Flughafen in The Terminal (2004). Die drei Zugabestücke haben dann einige Besucher schon verpasst, die sofort bei Beginn des Schlussapplauses den Saal verlassen haben – genauso wie sie vermutlich schon beim ersten Anschein vom Beginn des Abspanns aus dem Kino rennen würden. Wer bleibt, hört dann noch Musik aus Spielbergs Munich (2005) sowie dem turbulenten 1941 (1979). Und zu guter Letzt gibt es dann noch John Williams’ vielleicht größten Hit – die Titelmusik aus Star Wars (1977) zu hören – da rockt natürlich der Saal, auch wenn es natürlich kein Spielberg Film ist. Ein Abend mit schöner Filmmusik, der sich wirklich gelohnt hat.




Tags: Zuschauer | Konzert | Film