Christian Griesbeck

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Blog
Christian
Miniurlaub in Südengland 2010
31.08.2010 10:00:00

Nach dem zehntägigen Barocktanz Sommerkurs in Cardiff machen wir uns nun am Dienstag den 31.08.2010 auf die Rückreise, die wir zu einem Miniurlaub durch Südengland ausdehnen. Ist es die Entspannung nach dem Sommerkurs, oder das walisische Wetter? – ich habe jedenfalls eine aufkommende Erkältung, die mich unleidlich macht. Gut, dass ich die billigen englischen Grippetabletten eingekauft habe, die tatsächlich etwas helfen.

Der erste Halt ist in Dunster, dort gibt es eine Mittelalterburg und ein hübsches Dorf zu sehen. Wir nehmen die Gelegenheit war und erfüllen auch gleich unsere Ansichtskartenpflichten. Weiter geht es nach Lynton/Lynmouth. Während die Bremsen unseres Wagens auskühlen machen wir uns auf einen „kleinen Spaziergang“ durch das „Valley of the Rocks“ von Lynton, das oben auf dem Berg liegt, herunter zum Hafen Lynmouth, der an der Mündung des Lyn liegt. Nach einigen Stunden Fußmarsch in Serpentinen steil abwärts an der Küste kommen wir dann auch tatsächlich unten im Hafen an. Endlich das Meer, England ist ja umgeben davon und man stößt früher oder später fast zwangsläufig darauf. Es ist aber gerade Ebbe – wir klettern etwas durch die Felsen des Hafens und sammeln Muscheln. Zurück nehmen wir dann eine Abkürzung – die mit dem Gewicht von Wassertanks betriebene Cliff Railway. Wir fahren weiter nach Ilfracombe, einem etwas heruntergekommenen Seebad, wo wir in einem kleinen Hotel übernachten wollen. Nach dem Check-in gehen wir durch die Stadt, eigentlich wollten wir hier typisch Englisch mal Indisch essen gehen, finden aber nichts geeignetes, so dass wir schließlich in einem nicht allzu guten Imbiss landen.

Am Mittwochmorgen dann ein echtes englisches Frühstück im Hotel. In Barnstaple legen wir einen Zwischenhalt ein, um mich bei Sainsbury’s mit einem Nasenspray zu versorgen und auch ein leckeres indisches Fertiggerichtpaket für den Abend zu kaufen. Weiter geht es nach Boscastle, das 2004 teilweise durch eine Überschwemmung zerstört wurde und nun im neuen Glanze erstrahlt. Wir wandern durch den Hafen, der aus Felsen besteht, dann hinauf bis zum Aussichtsturm der Küstenwache, der wir freundlich zuwinken. Hier hat man den ganz weiten Blick aufs Meer hinaus. Zurück geht es wieder über Natursteinplatten hinunter in den Ort, dessen Ortskern mit seinen kleinen Häuschen im elisabethanischen Stil eine große Touristenattraktion ist. Ganz so groß ist der Ort allerdings nicht, soviel gibt es nicht zu sehen; ein paar steile Gässchen, ein paar enge Gässchen, das war’s – schön für einen Tagesausflug mit Cream Tee. Wir landen schließlich in der kleinen lokalen Jugendherberge. Sie ist nach der Überschwemmung komplett erneuert worden, einziger Wehmutstropfen Bad und WC sind nicht auf dem Zimmer, sonst sehr schön und empfehlenswert. Nach unserem mitgebrachten indischen Menu gibt es dort eine Runde Monopoly – ich gewinne natürlich.

Am Donnerstag geht es weiter ins Landesinnere (erst einmal kein Meer mehr) – ins Dartmoor. Das ist so etwas ähnliches wie die Lüneburger Heide, nur zusätzlich auch mit Steinen und abgesteckten Flecken, wo man nicht hingehen sollte – sonst bleibt man dort, falls man nicht noch rechtzeitig einen Notruf absetzen kann. Die vielen herumliegenden Steine haben die Menschen offenbar in früherer Zeit zu allerlei kreativen Schaffen angeregt – denn wir besichtigen Steinreihen, Steinkreise, Steinkreuze, Steinkästen und aus großen Steinen gebaute Klapperbrücken. Für was die Steingebilde gut waren, weiss man nicht so genau – die einen spekulieren darüber, dass sie kultischen Handlungen dienten, die anderen sehen darin einfach Reste von Viehgattern. Tiere gibt es hier jede Menge – die berühmten süßen freilaufenden Dartmoor Ponies und viele, viele Schafe. Hin und wieder fährt man über eine Tierbarriere, die dafür sorgen soll, dass sich die freilaufenden Schafe nicht über ganz England verteilen. Wir übernachten im Powder Mills Bunkhouse, genau genommen im Fahrradschuppen (Bike Shed) davon. Der hat genau diesen Charme, eine einfache Unterkunft für Anspruchslose – unser Anspruch ist dann doch zu hoch, um noch eine geplante zweite Nacht dort zu bleiben. Von der Gruppe mit Problemjugendlichen, die im Haupthaus untergebracht ist und allerlei Abenteuerbeschäftigung absolviert, erfahren wir was Abseiling ist. Wir beschließen uns auch am nächsten Tag von dieser Unterkunft abzuseilen. In der Dämmerung wandern wir dann noch durch die umliegenden romantischen Fabrikruinen der Powder Mills. Am Abend werden wir mit einem wunderbaren Himmel voller Sterne belohnt – einige Kilometer entfernt von jeder Stadt und in der klaren Luft sieht man hier ein vielfaches an Sternen.

Nach dem wir unsere Planung kurzerhand umgeschmissen haben, geht es am Freitag zurück zur Zivilisation – also Abschied von den Dartmoor Ponies. Was kann man in der Umgebung machen? Wir fahren durch die Gegend – zunächst besuchen wir ein großes Gartencenter. Es gibt da auch ein kleines Kostümmuseum, aber wir sind zu spät dran, als das es sich noch lohnen würde, dorthin zu fahren. Es geht also direkt zu unserem neuen Tagesziel Winchester, das wir leider auch erst recht spät erreichen – zunächst mal eine Unterkunft in einem B&B finden. Dann wandern wir noch durch die hübsche Altstadt und besichtigen die Kathedrale. Wir sehen alles nur von Außen, da hier die Bürgersteige schon früh hoch geklappt werden. Auch die berühmte Tafelrundenscheibe bekommen wir nicht mehr zu Gesicht, aber insgesamt ist Winchester eine Stadt, die durchaus mal einen Tagesausflug wert ist. Unser Bed and Breakfast ist auch ein Kleinod – mit geschmackvoll eingerichteten Zimmern und Gastgebern, die sich als solche verstehen. Zufällig ist gerade in einer englischen Gartenzeitschrift ein mehrseitiger Artikel über den zum viktorianischen Haus gehörenden Garten unserer Gastgeber erschienen, auf den wir mit Unterstatement hingewiesen werden.

Am Samstag geht es dann nach einem üppigen englischen Frühstück weiter nach Portsmouth, um dort die Historic Dockyards zu besichtigen. Wir kaufen uns ein Kombiticket, so dass wir hier alles besichtigen können. Los geht es mit der wiederhergestellten HMS Warrior 1860, die als erstes Eisenschiff mit Dampf- und Segelantrieb schon ein vergleichsweise modernes und geräumiges Kriegsschiff ist. Weiter geht es mit einer im Preis enthaltenen Hafenrundfahrt, bei der man auch die im Hafen liegenden modernen englischen Kriegsschiffe sieht. Überhaupt scheint das englische Verhältnis zum Militär ein deutlich anderes zu sein als in Deutschland. Nach dem Wellenritt besichtigen wir das alte Mary Rose Museum. Das 1545 gesunkene Kriegsschiff von Heinrich VIII. ist ein bedeutender archäologischer Fund, für das zur Zeit ein komplett neues Museum gebaut wird. Die jetzige Ausstellung ist o.k., die neue wird sicherlich sensationell. Ich hatte natürlich auf die Ausstellung der gefundenen Kleidungsfunde aus der Renaissance gehofft, aber leider Fehlanzeige. Zum Schluss besichtigen wir das Prachtstück der Dockyards, die HMS Victory von 1765 – das Schiff, auf dem Lord Nelson 1805 die Trafalgarschlacht geführt hat. Im Gegensatz zu dem 100 Jahre jüngerem Schiff am Anfang unsere Besichtigung ist hier alles eng und dunkel, kaum vorzustellen, dass hier 850 Mann ihren Dienst taten. Für das Marinemuseum ist dann zum Schluss allerdings keine Zeit und Luft mehr, in den Historic Dockyards kann man bequem einen kompletten Tag verbringen. Zurück geht es auf der endlosen Küstenstraße durch einige Seebäder nach Dover. Dort wartet unsere Fähre nach Dunkerque bereits und unsere Rückreise beginnt. Zurück in Deutschland hilft uns dann noch der freundliche Mann vom ADAC – der Klassiker – das Licht auf dem Autobahnparkplatz brennen lassen und eingeschlafen, nach einer Starthilfe kommen wir dann doch noch gut nach Hause.



Tags: Leben

Weiterlesen...


 
Christian
Costumed Performance Day und End-of-course party Cardiff 2010
30.08.2010 09:00:00

Zum Abschluss des Barocktanz Sommerkurses in Cardiff steht ein Auftritt in einem echten englischen Herrenhaus (dem „Tredegar House“) aus dem 17ten Jahrhundert auf dem Programm. Nach dem wir Lola unterwegs aufgepickt haben, geht es zum Schauplatz des Geschehens. Zunächst ist ab 9 Uhr erst einmal für alle Umziehen angesagt, natürlich mit gegenseitiger Bewunderung der Kostüme. Ab 10 Uhr soll zusammen mit den Musikern eine Probe stattfinden, fertig mit der Probe sind wir natürlich erst kurz vor dem Auftritt. Um fünf nach elf soll die erste Gruppe von Touristen eintreffen, die bei ihrer geführten Tour durchs Haus „zufällig“ auf eine Tanzveranstaltung stoßen. Es ist wirklich zufällig, weil die Aufführung nicht im offiziellen Programm des Tredegar House angekündigt wird, aber es gibt immerhin einen Aushang. Wer von den Touristen möchte, kann sogar zusammen mit Diana im Hof ein paar Country Dances tanzen.

Aber zurück zur Aufführung - wir sind gleich in der ersten Gruppe mit dabei. Gespannt warten wir auf die Zuschauer, aber wo bleiben sie denn? Etwas später als erwartet kommen sie plötzlich – die Tour hat heute mal einen anderen Weg genommen. Wir beginnen mit dem Country Dance „Prince Frederick’s Hornpipe“ und bei der ersten Hecke vertanze ich mich prompt. Der unerwartete „Gegenverkehr“ hat mit so irritiert, dass ich vergesse für die zweite Hecke zurück auf meine Seite zu tanzen. Wir reparieren das nach der Hecke und der Rest des Tanzes läuft gut. Danach ist das Consort de Danse Baroque mit „The New Prince of Wales“ sowie dem „Rondeau Minuet“ und der „Hornpipe“ aus „Fairy Queen“ dran. Und zu guter Letzt wieder unsere Gruppe A mit der „Chaconne from Fairy Queen“. Das war es erst mal für uns und wir können uns zum Lunch aufmachen, während die Gruppe B dann um 12 Uhr ihren Auftritt zusammen mit dem Consort hat. Wir nutzen die Zeit auch, um etwas das Haus zu erkunden und ein paar Fotos zu machen. Die Aufführung um 13 Uhr, bei der nur das Consort mit einem größeren Programm tanzt, schauen wir uns dann an. Leider ist das dem Tour Guide wohl zu viel Tanz auf einmal und er führt seine Touristen schon nach der guten Hälfte des Programms weiter. Um 14 Uhr sind wir dann wieder mit dabei, diesmal läuft alles glatt. Im Anschluss spazieren wir durch den Garten, und wir wollen uns bei einer Führung um 15 Uhr das Haus zeigen lassen, so sehen wir dann auch die Gruppe B tanzen. Wir machen aber nicht die ganze Führung mit, weil Philippa nach der letzen Aufführung des Consorts um 16 Uhr alle zusammen haben will für einen abschließenden gemeinsamen Country Dance. Zurück geht es nach mehr als sieben Stunden im Kostüm in die Umkleide, wo wir uns wieder in die Jetztzeit zurückversetzen.

Am Abend sind wir dann noch einmal zurück im Rubicon, denn dort gibt es eine kleine Abschlussparty mit Country Dances, die von Diana und Philippa angeleitet werden. Der eigentliche Höhepunkt des Abends ist aber das riesige Büffet, das Phil den ganzen Tag lang vorbereitet hat. Eine der Teilnehmerinnen hat ein Lied auf die Melodie von „Favorit Things“ gedichtet, in dem sie die Ereignisse des Sommerkurses Revue passieren lässt und das sie uns vorträgt. Weiter geht es nun gesättigt mit dem zweiten Teil der Country Dance Party, bis schließlich die große Verabschiedung angesagt ist. Das war für uns der Sommerkurs 2010.



Tags: Tanz | Barock | Auftritt | Ball

Weiterlesen...


 
Christian
19th International Summer School in Baroque Dance Studies - Cardiff
20.08.2010 18:15:00

Endlich ist es so weit – vom 20. August bis zum 29. August 2010 liegt ein zehntägiger Sommerkurs mit acht Stunden Barocktanz pro Tag vor mir. Für mich ist es auch eine wichtige Weiterbildung, denn ich werde wohl irgendwann eine Barocktanzgruppe leiten. Und dafür sollte man schon deutlich mehr können, als nur ein paar einfache Grundlagen – auch wenn die den Alltag vieler Gruppen bestimmen. Wir haben lange überlegt, welchen der Barocktanzsommerkurse wir besuchen sollen – jeder ist anders und bietet andere Vorzüge. Wir haben uns schließlich für den Kurs von Philippa Waite in Cardiff entschieden – weil es der längste und intensivste ist. Ich kenne sie bereits von einem Wochenendworkshop in Dortmund und von ihrem sehr hilfreichen Buch über die barocke Tanzschrift. Selbstverständlich will ich im Laufe der Zeit auch noch all die anderen Lehrer für Barocktanz kennen lernen. In jedem Fall gehört sie als ehemalige Schülerin und Assistentin von Wendy Hilton sicherlich schon zu den Besten, wenn es um das Erlernen einer fundierten und sauberen Tanztechnik geht.

Nach einer langen anstrengenden Autofahrt durch die Nacht haben wir Cardiff am frühen Nachmittag erreicht. Nach einer Ruhepause im Etap Hotel geht es dann zum Check-in für den Workshop in das „Rubicon Dance Center“. Wir werden von Judy Kennedy freundlich empfangen, sie führt uns erst einmal durch das Haus und erklärt uns alles. Neben den Räumen lernen wir den Time Table kennen; wir hatten uns schon gewundert, warum wir keinen Zeitplan zugeschickt bekommen haben. Die Erklärung: er ändert sich jeden Tag, vorher fest steht nur der grobe Rahmen. So ist morgens ein gemeinsames Warm Up und am Abend ein gemeinsamer Workshop zu täglich wechselnden Themen, dazwischen ist irgendwann auch mal Lunch und Dinner. Und Dinner ist nun auch der erste Programmpunkt – wir lernen Phils leckeres Essen kennen. Er zaubert für alle Teilnehmer in einer winzigen Küche jeden Abend ein echtes Drei-Gänge-Menu auf den Tisch. Mittags gibt es dann immer etwas Leichtes zum Lunch – Salate oder Sandwichs. Das Thema des Abendworkshops am ersten Abend sind dann Country Dances – gut, dafür muss man nicht nach Cardiff kommen, aber es ist ein guter Start um erst mal als Gruppe anzukommen.

Der übliche Workshoptag läuft dann von 9:15 Uhr morgens bis 21:30 Uhr abends und beginnt zunächst mit einem gemeinsamen Warm Up. Dann teilen sich die Gruppen je nach Level in die beiden Ballettsäle auf. Es gibt vier Levels vom Anfänger (1), über Mittelstufe (2 das waren wir) zu Fortgeschrittenen (3) und sehr Fortgeschrittenen (4). Die Levels werden dabei zum Teil gemischt – um die einen zu konsolidieren, die anderen zu fordern. So sind im ersten Technikteil die Anfänger mit Judy in einem Saal unter sich und können an Grundlagen arbeiten, währen alle anderen (2-4 Mittelstufe bis sehr Fortgeschrittene) mit Philippa im anderen Saal zusammen an fortgeschrittener Technik arbeiten. Im zweiten Technikteil sind dann die Anfänger und Mittelstufe (1+2) zusammen und im anderen Saal nur die beiden Fortgeschrittenen Level (3+4). Beim Erarbeiten von Barockchoreographien aus der Beauchamp-Feuillet Notation  („Steps in Context“) ist dann jedes Level unter sich. Wer gerade Pause hat, kann den „Study Room“ nutzen und sich die dort bereitliegenden Bücher und Barocktanzvideos anschauen. Für jedes Level gibt es am Tag drei Technikklassen und eine Klasse, in der eine Choreographie erlernt wird. Da Philippa nach einer OP noch etwas gehandicapt ist, wird sie zusätzlich von Matthew unterstützt, der oft die Bewegungen vorführt. Ab dem zweiten Teil des Sommerkurses ist dann auch Diana Cruickshank mit im Lehrerteam, die mit ihrer unnachahmlichen Art für die Rekonstruktion von „Country Dances“ zuständig ist. Wie war ihr Witz über das Publikum bei einer Barocktanzaufführung? „Nice costumes, are they Medieval? No! They are Victorian!”

Der Workshop teilt sich in drei Module zu je drei Tagen Unterricht, die man auch einzeln buchen kann. An Ende des letzten Moduls ist ein zusätzlicher Tag mit einer Aufführung in Kostümen im „Tredegar House“ (das aus dem 17ten Jahrhundert stammt) und einer Country Dance Party mit Buffet wieder im Rubicon. Ich habe den kompletten Kurs gebucht, damit sich die Anfahrt auch wirklich lohnt. Für mich ist es am Anfang erst einmal schwer, in der englischen Sprache anzukommen. So lange man noch am übersetzen ist und nicht in der Sprache denkt, ist es immer zu spät für das Tanzen – das Umschalten funktioniert bei mir ab Tag drei, dann läuft alles viel besser. In der freien Zeit mache ich, wenn es sich ergibt, zusätzlich bei den Anfängern mit oder schaue den Fortgeschrittenen zu. Im letzten der drei Module geht es hauptsächlich um die Vorbereitung für die Aufführung am letzten Tag. Klar ist es einmal interessant, in einem echten britischen Herrenhaus aus dem Barock zu tanzen. Aber die Aufführung besteht für die Anfänger und Mittelstufe nur aus einem Country Dance und einem neu choreographierten Gruppentanz mit Barockschritten – also eigentlich nichts, wofür es sich lohnen würde, extra von Deutschland nach Wales zu fahren. Dennoch ist das letzte Modul der Teil des Sommerkurses, in dem am meisten Teilnehmer angemeldet sind – vor allem die Fortgeschrittenen „Consort de Danse Baroque“ Leute sind dann jedes Jahr hier versammelt.

Die Ausbeute an gelernten Tänzen nach 10 Tagen: ein Barocker Solopaartanz („Menuet à deux pour un homme et une femme“ Pecour 1704), ein Gruppentanz von Philippa („New Prince of Wales“), den ich zusätzlich mit den Anfängern gelernt habe, ein weiter Gruppentanz von Philippa für die Aufführung und drei Country Dances („La Princesse Royale“, „The Beaux of the Park“ und „Prince Frederick’s Hornpipe“), die mit Diana erarbeitet worden sind. Das ist für einen so langen Sommerkurs normalerweise nicht sehr viel, aber dafür wird hier sehr gründlich an barocker Tanztechnik gearbeitet. In den Abendworkshops gibt es zu Demonstrationszwecken noch einige Country Dances und es wird an verschiedenen Aspekten von Tanz, der barocken Musik und der historischen Interpretation gearbeitet. An einem Abend gibt es auch eine sehr hübsche Aufführung in Kostümen. Den „Study Room“ habe ich kaum genutzt, auch wenn dort sehr viel Material bereit lag, denn allzu viel freie Zeit war in dem Workshop gar nicht. Aber es war ein Ort wo sich mancher von den Strapazen erholen konnte, und mit „Wallace & Gromit“ dann auch mal wieder lachen konnte. Der Running Gag „Don’t panic!!“, den wir mit heftigem Armwackeln von den Lehrerinnen zur Aufheiterung sahen, stammte allerdings aus „Chicken Run“. Gegen Ende des Workshop wurde dann der „Study Room“ belegt, um fleißig an Kostümen für den Auftritt Änderungen vorzunehmen, damit diese passten. Habe ich schon das gute Essen von Phil erwähnt? Ja, habe ich. Lecker war’s, schön war’s, bis zum nächsten Jahr.



Tags: Workshop | Barock | Tanz

Weiterlesen...


 
Christian
Gast in der eigenen Stadt 2010
23.07.2010 17:00:00

Für einen Kurzurlaub mal nach Frankfurt – klar die Stadt ist sicher eine Reise wert, die ganzen Japaner werden schon wissen, warum sie in die Goethestadt kommen – aber als Frankfurter? Und dann noch in einem Luxushotel übernachten statt im eigenen Bett? Die Aktion „Gast in der eigenen Stadt“ macht es für Einheimische möglich, Frankfurt mal aus der Touristenperspektive zu sehen. Für die Übernachtung von Freitag auf Samstag haben wir uns für das vier Sterne Plus Kempinski Hotel Gravenbruch entschieden. Der Name klingt gut, das Zimmer ist OK, aber der pure Luxus ist es allerdings nicht, die Stadtgäste sind eher in der günstigeren Kategorie einquartiert worden. Zu dem muss man wissen, dass das Hotel irgendwann in den 1980ern komplett renoviert wurde, und auf dem Stand geblieben ist. Aber das macht nichts, wir gehen im Wellnessbereich eine Runde Schwimmen. Am Morgen gibt es dann ein üppiges Frühstück, aber nichts was den Standard anderer Hotels übersteigen würde – ganz OK halt. Am Samstag dann das volle Touristenprogramm. Zunächst eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus, dann geht es ins Museum. Wir haben uns für das Liebighaus entschieden – dort gibt es gerade die Ausstellung „Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao“ die interessant ist, aber die wir uns größer vorgestellt haben. Doch es gibt natürlich noch die Dauerausstellung, die wir besichtigen (immer auch mit Blick auf Kostümdetails). An Abend geht es dann zusammen mit Marion in eine typische Frankfurter Apfelweinwirtschaft – wir müssen ja unsere Gutscheine einlösen – volles Touriprogramm halt. Leider sind draußen keine Plätze mehr frei und wir sitzen drinnen. Meine Frankfurter Schlachtplatte war auch nicht allzu gar, so dass die Blut- und Leberwürste noch ungenießbar flüssig waren – aber manche sagen, das muss so sein. Für den Sonntag haben wir uns eine weitere typische Touristenattraktion vorgenommen – den Frankfurter Zoo. Zusammen mit meinen Hanauer Elternteilen durchwandern wir den Zoo und spielen dabei das beliebte Suchspiel – finde das Tier. Seit man in der modernen Zootierhaltung den Tieren Rückzugsgebiete eingeräumt hat, nutzen diese das oft auch schamlos aus. So stellt sich die Frage – ist das Gehege wirklich leer oder das Tier nur gut versteckt? Glücklicherweise hat Edeka diesen Sonntag zum Zootag erklärt und hier überall Stände aufgebaut, an dem man leckere Dinge probieren kann. Schon am Eingang habe ich mir ein Windrädchen geschnappt, dass ich den ganzen Tag durch den Zoo trage. Hier eine Probierportion Wein, dort eine Probierportion Bier, nicht vergessend den leckeren Kakao – bald gehen Edeka die Becher aus. Es findet sich auch Süßigkeiten-, Kuchen- und Gebäck-, Brot- und Wurstpröbchen, so dass man neben den Tieren immer auch den nächsten Stand sucht. Beim Dosenwerfen erhalte ich sogar einen Trostpreis. Gegen Nachmittag lässt sich dann sogar noch das eine oder andere Tier blicken – ausgeschlafen, guten Morgen, schon wieder Touristen, immer das gleiche.



Tags: Leben

Weiterlesen...


 
Christian
Mittelalterlich Kochen in Lorsch
19.06.2010 10:00:00

Der Historische Tanzkreis Bensheim feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass gibt es vielerlei Vereinsaktivitäten. Diesmal am 19.06.2010 mittelalterliches Kochen im ehemaligen Kloster Lorsch. Viele Vereinsmitglieder tragen passend zum Event ihre bäuerlichen Renaissancekostüme. Selbst das Wetter spielt an diesem Tag mit, nicht zu warm, aber es regnet auch nicht. Gekocht wird auf dem offenen Feuer und in einem Ofen. Aber erst einmal muss alles zubereitet werden. Es gibt Fisch in Biersud, selbstgemachte Salbeibrötchen und Butter, einen Getreidebrei und gefüllte Teigtaschen. Dazu Apfeltee und Wasser.

Ich bin bei den Teigtaschen, schnippele die Zutaten mit klein und forme und fülle die Teile. Dann werden sie im Fett in einer Pfanne auf dem offenen Feuer ausgebacken. Von der Menge der Leute sind die Museumspädagogen, die alles leiten, etwas überfordert. Leider bleiben, wie ich befürchtet habe, die Hälfte der Teigtaschen ungebraten liegen, während wir uns als letzte an den Tisch setzen. Immerhin bekommen wir von allem noch einen kleinen Rest ab, dazu pressen wir die Teereste aus der Kanne und kratzen den letzten Löffel Getreidebrei aus dem Topf. Aber alle sind satt geworden, die ungebackenen Teigtaschen bekommen wir mit nach Hause und es war ein schöner Tag.



Tags: Leben

Weiterlesen...


 
Christian
42nd Frankfurt Spring Ball
17.04.2010 19:00:00

Der Ball ist jedes Jahr für den Frankfurt Scottish Country Dance Club der Saisonhöhepunkt. Am 17.04.2010 war es diesmal der 42ste seiner Art, und nun schon zum vierten Mal im Volkshaus Enkheim. Ich war wieder schon beim Aufbauen mit dabei, um dann noch die letzte U-Bahn nach dem Ball zu erwischen. Dagmar unterrichtete beim Durchlaufen von 14.00-16.00 Uhr wie immer ein paar Tänze aus dem Ballprogramm. Die Vorbereitung des Balls an den Tanzdienstagen war dieses Jahr nicht so gut, wir haben zwar jeden Tanz mindestens einmal gemacht, aber mehr wäre besser gewesen. So gab es beim Tanzen einige Wackelkandidaten, die ich nur mit einer sicheren Tänzerin getanzt hätte. Als diese Tänzerin erwies sich oft Gabi, so habe ich dann doch alle Tänze des Abends getanzt. Neben SCD gab es für Frankfurt traditionell Zwiefache, Walzer und Polka.



Tags: Tanz | Ball | SCD

Weiterlesen...


 
Christian
Abschlussball des Barocktanz Workshops mit Niels Badenhop in der Musikhochschule 2010
12.04.2010 19:30:00

Nach drei Tagen Barocktanz Workshop ist es am 12.04.2010 wieder so weit. Es wurden wieder ein paar Musiker gefunden, die spielen, und die Leute aus dem Workshop tanzen. Der Saal ist wieder voll, Barocktanz ist ja selten zu sehen. Wenn wir jetzt auch noch alle besser tanzen würden, es Originalchoreographien wären und wir auch noch die passenden Kostüme an hätten statt „Dresscode: Schwarz/Weiss“, wäre das ein Traum. Aber so wird nicht mehr vorgespielt, als es ist – es wird der Öffentlichkeit präsentiert, was wir in den letzten drei Tagen in einem Workshop gelernt haben. Und dazu erfahren die Zuschauer auch noch einiges über den Barocktanz und die Zeit.



Tags: Tanz | Auftritt | Barock

Weiterlesen...


 
Christian
Workshop Barocktanz mit Niels Badenhop in der Musikhochschule 2010
09.04.2010 17:00:00

Dies ist nun das dritte Mal, dass ich beim Barocktanz Workshop in der Musikhochschule mit dabei bin. Von 09. bis 11.04.2010 wird drei Tage lang gelernt, geübt und für den Auftritt am Schluss geprobt. Diesmal hat sich Niels Badenhop von Jean-Marie Leclair l’Ainé die „Deuxième Récréation de la Musique“ ausgesucht und dafür nach barockem Vorbild Tänze choreographiert. Ich mache, wie schon bei Jutta, in beiden Gruppen mit und lerne alle Tänze – man kann ja nie wissen, ob man gebraucht wird. Beim ersten Mal bei Niels fand ich die Tänze schöner, aber so kann es ja beim nächsten Mal wieder besser werden.



Tags: Tanz | Workshop | Barock

Weiterlesen...


 
Christian
Tanztag und Social mit englischen und amerikanischen Kontratänzen in Sindlingen
20.03.2010 10:00:00

Dies ist nun am 20.03.2010 der zweite Tanztag, bei dem Ulrike englische und amerikanische Kontratänze von Playford bis Heute in Sindlingen unterrichtet. Wieder stehen viele Tänze auf dem Programm und auch ein paar Klassiker sind dabei. Neu ist bei einigen Tänzen die Livemusik.

Am Abend des Tanztages gibt es ein Social, ein kleiner mehr informeller Ball, an dem noch einmal die Favoriten des Tages getanzt werden und zusätzlich ein paar Klassiker. Neu ist, dass wir uns diesmal zum Teil etwas in Schale geschmissen haben und im Stil der Jane Austen Zeit gekleidet sind. Alle haben ihren Spaß, und am Ende des Tages haben wir rund 30 verschiedene Tänze getanzt.



Tags: Tanz | Workshop | Ball | Playford

Weiterlesen...


 
Christian
Auftritt beim Ball der Tanzschule Stroh in Darmstadt
13.03.2010 19:00:00

Mein erster Auftritt in diesem Jahr ist am 13.03.2010 mit dem HTK Bensheim auf dem Ball der Tanzschule Stroh in Darmstadt. Wir tanzen Tänze aus dem Rokoko und sind Teil des tollen Unterhaltungsprogramms, das die Tanzschule auf die Beine gestellt hat. Gut, vielleicht war die Vorstellung unserer Kostüme mal wieder zu lang, aber wir haben gut getanzt, schade wir hätten noch einen weiteren Tanz in Petto gehabt – den schönsten des Abends.

Im Anschluss dürfen wir auf dem Ball bleiben und ich habe mal wieder Gelegenheit, meinen Smoking zu tragen. Ich bin damit zwar etwas overdressed, aber nein – die anderen Herren sind einfach underdressed – auf einem Ball sollte man schon einen Smoking tragen. Verdammt, ich habe schon wieder so viel von den Figuren im Gesellschaftstanz vergessen, auch das sollte man regelmäßig üben.



Tags: Tanz | Auftritt | Rokoko | Ball | Gesellschaftstanz

Weiterlesen...


 
Seite 7 von 12